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Carola Rackete

Carola Rackete

"Das Retten von Menschenleben ist natürlich viel wichtiger als die juristische Verfolgung."

Am 12. Juni lief Rackete mit der Sea-Watch 3 nach langer Blockade auf Hoher See trotz eines Verbots der italienischen Behörden in den Hafen von Lampedusa ein, um 53 Menschen aus Libyen, darunter medizinische Notfälle, Frauen und Kinder, endlich an Land zu bringen. Nachdem diplomatische Lösungen ausgeblieben waren, Verzweiflung und Not an Bord überhand nahmen, hatte sie sich zu diesem Schritt entschlossen. Rackete: „Die Situation war hoffnungslos. Und mein Ziel war es lediglich, erschöpfte und verzweifelte Menschen an Land zu bringen .“

Ihre Entscheidung, als Kapitänin ohne Erlaubnis in den Hafen von Lampedusa einzulaufen, um Menschenleben zu retten, machte sie als engagierte und mutige Akteurin der Zivilgesellschaft weltweit bekannt. Ihr entschlossenes Handeln angesichts unmenschlicher Politik macht sie zum Vorbild und Inspiration für viele Menschen nicht nur in Europa.

Carola Rackete ist keine Provokateurin, sie ist Repräsentantin einer europäischen Zivilgesellschaft, die nicht länger warten will, bis andere - vor allem die Mächtigen – ihre Sichtweise und ihr Handeln ändern . Sie gehört einer Generation junger Menschen an, welche die Dinge selbst in die Hand nehmen. Sie ist auch keine Einzelkämpferin, sondern Teil einer globalen Bewegung für eine neue, eine humane Flüchtlingspolitik der EU. Leben zu retten ist für sie selbstverständlich. Sie folgt ihrem Gewissen, macht, was wir alle tun sollten: sie handelt.

Zusätzlich engagiert sie sich für den Klimaschutz. "Für mich war das kein Wandel", so Rackete im deutschen Magazin „Der Spiegel“ über ihren Einsatz für den Umweltschutz: „Ich bin Naturschutzökologin und habe mich schon vorher für unsere Ökosysteme eingesetzt, nur hat es niemanden interessiert."

Die Klimakrise ist eine existentielle Bedrohung für die Ökosysteme der Erde und für für das Leben und die Lebensweisen vieler Bevölkerungsgruppen weltweit. Damit wird die Veränderung des Klimas zu einem der gravierendsten Fluchtgründe.

300 Millionen Klimaflüchtlinge könnte es laut Greenpeace bis 2040 geben. „Mit diesem Wissen müssten die Regierungen Europas doch ein elementares Interesse an Klimaschutz haben", so Rackete.